GV Immergrün Rockenberg

Schlechte Menschen haben keine Lieder.

Geschichte

Am 22. Januar 1899 laden vier junge Rockenberger Männer zu einer Versammlung ein, um einen neuen Männergesangverein zu gründen. Der Name „Immergrün“ sollte für „jung“, „dynamisch“ und „fortschrittlich“ im Sinne neuen Lebens, ganz im Profil des künstlerischen Jugendstiles, stehen. In seiner Geburtsstunde verzeichnet der junge Gesangverein 42 Mitglieder. Der Chor tritt zunächst bei Hochzeiten, Ständchen, Sängerfesten und Familienabenden auf. Neben der Pflege der Chormusik wird – damals wie heute – auch die Geselligkeit im Immergrün groß geschrieben. Zwar ging der Erste Weltkrieg nicht spurlos an dem jungen Vereinsleben vorüber, dennoch kann 1919 der Singstundenbetrieb nach 41/2 Jahren wieder aufgenommen werden und wie gewohnt Liederabende und Theateraufführungen durchgeführt werden. Als Folge der Weltwirtschaftskrise ist die Geldnot der Menschen auch in Rockenberg so groß, dass viele Vereinsmitglieder ihren Jahresbeitrag nicht mehr bezahlen können. Der Verein kann keine Noten mehr kaufen und muss im September 1932 den beliebten Dirigenten aus finanziellen Gründen entlassen. Der Gesangverein rutscht weiter in die Krise: 1933 bedrohen die politischen Verhältnisse die Existenz des Immergrün. Im Rahmen der „Gleichschaltung“ soll nach dem Willen der Nationalsozialisten der Immergrün in den Gesangverein Concordia überführt werden. Nur durch die geschickte Taktik der Vereinsführung gelingt es, diesen Schritt zu verhindern. Trotz aller Rückschläge entwickelt sich der Verein auf musikalischer Ebene weiter: 1934 gibt der Chor sein erstes eigenes Konzert mit dem Salon-Orchester des Dr. Hoch’s Konservatorium Frankfurt. Mit Kriegsausbruch 1939 werden fast alle Sänger samt Chorleiter zum Kriegsdienst eingezogen. Ab 1940 ruht das Vereinsleben vollständig.

Nach Kriegsende ist nach den Bestimmungen der Besatzungsmächte nur ein Chor pro Gemeinde zulässig. Beide Gesangvereine – Concordia und Immergrün – beschließen, sich unter dem Namen „Vereinigte Männerchöre“ zusammen zu schließen und so ihren Fortbestand zu sichern bis 1947 jeder Verein wieder auf eigenen Beinen stehen kann. Ab 1949 kommen zu den gewohnten Veranstaltungen wie Liederabende, Konzerte, Theateraufführungen oder Wertungssingen größere jährliche Events wie z.B. die RCVI-Fremdensitzung, das Sommerfest im Burggarten oder das feucht-fröhliche Weinfest hinzu. Auch jedes größere Vereinsjubiläum wird angemessen gefeiert. Der Aufbau einer Partnerschaft zu dem spanisch-katalanischen Chor Orfeo-Badaloni aus Badalona (Barcelona) im Jahr 1982 ist der Auftakt zu einer langjährigen internationalen Chorfreundschaft, die in zahlreichen Konzertreisen mit gemeinsamen Auftritten, sowohl in Deutschland als auch in Spanien, ihren Ausdruck findet. Nach 81 Jahren geballter Manneskraft entscheidet sich der Immergrün, neben dem Männerchor im Jahr 1980 auch einen Frauenchor zu gründen. 1993 folgt der Kinderchor „Grashoppers“; 1994 wird der „kleine Chor“ als Männerchorgruppe ins Leben gerufen. Seit 1995 besteht die gemischte Chorformation „Cantico Verde“ und schließlich wurde 1998 ein Jugendchor gegründet.