GV Immergrün Rockenberg

Schlechte Menschen haben keine Lieder.

Open air Sommerfest lockte Besucher in den Burghof

Der Wettergott hatte ein Einsehen und ließ den Regen ausfallen

Ein Sommerfest ist ein Sommerfest, ist ein Sommerfest. Sollte man meinen. Aber nicht hier bei uns. Nicht hier in Mittelhessen. Sommer ist ein relativer Begriff und auch wenn man zehn Tage vorher noch unter afrikanischer Hitze stöhnte, an dem Tag der Tage schlotterten einem die Knie. Den Veranstaltern wegen der vielen (Wetter-) Unwägbarkeiten und anderen Herausforderungen, den Besuchern wegen der Temperaturen und des Windes. Trotz der aufgebauten Zelte und Pavillons – der Wind ließ Haare und Servietten, Notenblätter und Tücher durch die Lüfte fliegen. Wenigsten konnte man sich nicht über einen Mangel an Frischluft beklagen.
Auch sonst hatten die Besucher wenig Grund zur Klage. Sie kamen erstaunlich zahlreich und zwar mit Kind und Kegel. Letztere waren in der Kostüm- und Schminkecke bei Christiane Alles und Alina Langsdorf gut aufgehoben. Erstere stöberten an den Flohmarktständen vorbei, genossen Kaffee und Kuchen und lauschten dem leider (krankheitsbedingt) dezimierten Jugendchor des Immergrün mit einer Musik, die zum träumen einlud. Unter anderem war ein ABBA-Medley, das einen beschwingt mitsingen ließ und in dem Elena Groß eine gefühlvolle Solopartie vortrug, zu bestaunen.

Der Jugendchor feierte sein 15-jähriges Bestehen und ließ sich beklatschen und bejubeln. Insgesamt wurden vier junge Damen für langjährige aktive Mitgliedschaft geehrt. Dazu ergriff die 1. Vorsitzende des HWS Heike Leander das Wort. Sie lobte die Vereinsarbeit des Immergrün, insbesondere auch die Bemühungen um die Jugend. Gerade Jugendliche in der heutigen Zeit „bei der Stange“ zu halten und für Chormusik zu begeistern sei für die Vereine eine große Herausforderung. Die vielen alternativen Angebote ringsum und die Anforderungen der Schulen seien eben in den letzten Jahren enorm gewachsen. Leander hob einige der besonderen Aktivitäten der Jugendarbeit des Immergrün hervor. Vor allem die Musikalaufführungen der letzten Jahre „Ein Engel“ und „Kolumbus“ seien bis heute unvergesslich. Aber auch andere zahlreiche Aktivitäten innerhalb des JCH fanden Erwähnung. Die vielen Auftritte in Konzerten, bei Wohltätigkeit oder dem Kritiksingen in Butzbach. Den Jugendlichen, die an diesem Tag geehrt wurden, sprach sie ihre besondere Anerkennung aus und überreichte jeweils eine Urkunde. Im einzelnen waren dies: Alexandra Haack und Maria Zecha jeweils für 3 Jahre. Julia Brömmeling wurde gar für 10 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt, eine ganz besondere Leistung! Marie Weil konnte Krankheitsbedingt nicht anwesend sein, wurde aber ebenfalls für drei Jahre geehrt.

15 Jahre. Eine lange Zeit! Genauso lange war Chorleiterin Monika Bayer für den Chor bzw. die musikalische Leitung verantwortlich. Auch sie wurde geehrt. Der Vorstand des Immergrün schätzt sich glücklich. Monika Bayer – man hätte es nicht besser treffen können. Da 1. Vors. Martin Wettner ebenfalls krank war und 2. Vors. Birgit Mende anderweitig verhindert, übernahm es Monika Johann Worte des Dankes und der Anerkennung zu überbringen. Im Namen des Vorstandes gab es Lob, Lob, Lob! Für die Zusammenarbeit, für das Engagement und die Treue. Und vor allem für ihre Musikalität und das Gespür für die Bedürfnisse des Jugendchores. Blumengeschmückt und strahlend verlies Monika Bayer die Bühne um Platz zu machen für die Tanzgruppe des RCVI (Rockenberger Carneval Verein Immergrün), geleitet von Alina Langsdorf und Katrin Ziegler. Die jungen Damen und Herren haben ihre eigene Vorstellung von Musik und Tanz. In ihren farbenfrohen Kostümen und mit einer Musik die einem in die Glieder fuhr, belebten sie mit zwei Auftritten das Sommerfest auf ihre Weise und ernteten dafür lebhaften Applaus.

Der Wind wollte nicht nachlassen. Er trug weiterhin fleißig Wolken über den Burghof, angereichert mit dem Duft von Gegrilltem. Der Abend war eingeläutet. Er brachte dicke Schals und Jacken hervor. Sie wurden aus mitgebrachten Taschen gezaubert und bedeckten frierende Schultern. Am Flohmarktstand wurden Winterstiefel verkauft. Man hätte statt Erdbeerbowle auch Glühwein anbieten können. Aber die Bowle war der Renner und trug sicher das Ihre zu der entspannten, heiteren Atmosphäre bei. Es war eben ein Sommerfest! Dies machte auch der gemischte Chor des Immergrün unter der Leitung von Rita Bayer – Groß, mit seinen Liedern deutlich. „Griechischer Wein“, „Horch was kommt von draußen rein“ oder „Circle of Life“ aus dem Musikal „König der Löwen“ waren Stücke, die Sommer bedeuten und beschwören. Die Zuhörer sahen das ebenso. Die Stimmung war ausgezeichnet.

Der Cantico Verde trat nun an, den offiziellen Teil des Bühnenprogramms zu beenden. Da war ein französisches Trinklied „Tourdion“ gerade das Richtige. Mit „Hit the Road Jack“ wurde dem Publikum weiter eingeheizt und als Abschluss und Höhepunkt hatte Monika Bayer, inzwischen auch Chorleiterin des Cantco Verde, „Mambo“, ein Stück von Herbert Grönemeyer, einstudiert. Wie nicht anders zu erwarten sang das Publikum hingebungsvoll mit und zeigte seine Begeisterung durch großzügig gespendeten Applaus. Im Anschluss, sozusagen inoffiziell entschlüpfte noch so manches Lied den gut gelaunten Sängern und Sängerinnen, und auch die Umstehenden stimmten mehr oder weniger Liedfest mit ein und tanzten dazu Hand in Hand vor der Weinlaube. Ein Sommerfest ist ein Sommerfest, ist ein Sommerfest. Trotz fast winterlicher Temperaturen, kann man das eindeutig so stehen lassen!