GV Immergrün Rockenberg

Schlechte Menschen haben keine Lieder.

Kleines Konzert mit großer Wirkung

Katholische Kirche Münzenberg platzte aus allen Nähten

Weihnachtskonzerte gibt es dieser Tage viele. Nicht jedes geht einem wirklich nahe. Dieses schon. Von Beginn an.Vielleicht folgten deshalb so viele Menschen der Einladung, im Anschluss an das Programm, noch eine Weile Zeit miteinander zu verbringen. Der Saal im Gemeindehaus nebenan wartete mit Getränken und diversen kulinarischen Köstlichkeiten, die eifrigen Absatz fanden, obwohl es zeitweise fast unmöglich war bis zum Büfett vorzudringen – so Viele waren der Einladung gefolgt.

Nun aber doch erst zum Anfang. Den machte der Jugendchor des Immergrün Rockenberg, der trotz reduzierter Besetzung zum dahinschmelzen sang. Leiterin Monika Bayer hatte drei weihnachtliche Stücke einstudiert. „Sleigh Ride“ gab es zum Auftakt. Dann hatte erst mal Hausherr Pfarrer Rüssmann das Wort, um die vielen Besucher zu begrüßen und Willkommen zu heißen. „We sing Feliz navidad“ und „All night and day“ folgten. Die sechs jungen Damen füllten die Kirche mit ihren zärtlichen Liedern. Anmut und verletzliche Unschuld strahlten sie aus. Der Applaus war wie eine beschützende Umarmung. Sie hatten ihre Sache richtig gut gemacht und konnten nun das Konzert ganz entspannt mitten im Publikum genießen.
Der Cantico Verde des Immergrün Rockenberg eröffnete seinen ersten Part mit einem „Block“ von vier Stücken, von ganz unterschiedlichem Charakter. „Adventi enek“ mit seiner getragen, ernsten Stimmung, das allseits bekannte „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Mary had a Baby“ in zwei Varianten zeigten die musikalischen Möglichkeiten des Chores. Chorleiterin Monika Bayer führte den Chor sicher und elegant durch alle Untiefen. Sie entlockte dem Chor Klänge von inniger Anbetung bis zu großer Festlichkeit. Gefühl für Rhythmus und Swing forderte das Stück „Oh little town of Bethlehem“ bei dem vor allem die Männer mal so richtig zeigen konnten, was sie drauf hatten. Den Applaus hatten sie sich mehr als verdient.
Darüber, worum es in der Weihnachtszeit vor allem gehe, sprach Monika Johann in ihrer Aufgabe als Moderatorin des Abends.

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Es gehe um Erlösung und Dankbarkeit. Um Licht und Wärme. Und um die Strahlkraft einer reinen Seele. Dies alles besang die Solistin Svenja Haberland mit dem Stück „Oh holy Night“. Begleitet von Rita Bayer-Groß trug ihre Stimme das Anliegen in jedermanns Herz.
Das solistische Trio mit Juliane Müller, Anika Frey und Rita Bayer-Groß stand dem in nichts nach. „Mary did you know“ und später „Angels Charol” bescherten einem Gänsehaut und das gute Gefühl zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

Der Cantico Verde bekräftigte das. „Well and Good“ und „The Peace of God” verbreitete den tiefen Frieden den man so oft ersehnt, aber so selten findet. Doch dieser Klang wärmte von Innen und ließ einen ganz demütig werden.

Aber es gäbe ja auch noch eine temperamentvolle und verspielte Seite von Weihnachten, so die Moderatorin.

„Somebody’s knocking at your door“ erzählt in neuem Tempo die immer gleiche Botschaft.
Und es gäbe noch so viel zu erzählen.

Zum Beispiel über die große Freude ein Stück wie „African Noel“ in so einer Chorgemeinschaft vorzutragen. Ein Stück das jedes Publikum einfach mitreißen muss. Ein Stück, das sowohl bei Sängerinnen und Sängern als auch Zuhörern tief in die Seele dringt und auf Antwort besteht – die da nur heißen kann: Ja! Ja, ich schätze mich glücklich hier zu sein.

Man hätte dabei sein müssen um zu begreifen worum es in dieser kleinen Kirche ging. Um große Gefühle und die Kraft einer Gemeinschaft. Eigentlich um „ein kleines Wunder“. „Winterwonderland“, mit der Aufforderung, das Staunen nicht zu verlernen, war das Schlussstück des Abends aber nicht das Ende. Es wurden noch Blumen und gute Wünsche verteilt, gedankt und großzügig gespendet. Und natürlich Applaudiert, applaudiert, applaudiert. Vor allem Chorleiterin Monika Bayer sei an dieser Stelle noch einmal gratuliert. Für ihre Arbeit. Für ihre Hingabe. Für ihre Musikalität und die Fähigkeit in allen Beteiligten das Beste hervorzubringen.

Mit Ihr wünschen sich beide Chöre noch viele solche Erlebnisse. Und so ging man , nach „getaner Arbeit“ gemeinsam nach „drüben“ – siehe oben. Es wurde spät. Nicht zuletzt, weil einfach freudig weitergesungen wurde und so manch anregendes Gespräch drehte sich genau darum. Mit Glückwünschen, Umarmungen und den Resten eines geplünderten Büfett machten sich irgendwann auch die allerletzten auf den Heimweg. Wer auf die Uhr gesehen hat stellte erstaunt fest – es war Mitternacht.