GV Immergrün Rockenberg

Schlechte Menschen haben keine Lieder.

Das Publikum hat „ABGESTIMMT“

Cantico Verde gewinnt die Herzen am Wahlsonntag in Nieder-Weisel

„Heute ist ein ganz besonderer Sonntag – denn Sie, liebe Gäste, haben heute eine Wahl getroffen.“ Mit diesen Worten eröffnete Kathrin Bauer, die Chorsprecherin des Cantico Verde, das Konzert der jungen Chorformation des Gesangverein Immergrün Rockenberg. „Und dann haben Sie abgestimmt, für eine Gruppe, deren Programm Sie nicht mal kennen – für uns, den Cantico Verde – wow!“ fuhr sie fort und dankte noch dem erwartungsvollen Publikum für das entgegengebrachte Vertrauen. Dann ging es los, um 15.30 Uhr im Konzertsaal des Johanniterhotels in Nieder-Weisel und der Chor stellte sein Programm vor – sowohl inhaltlich als auch gesanglich.

Den Anfang machten drei englische Volkslieder: „Early one Morning“, „My Sweetheart´s like Venus“ und „The Star of the County Down”. Hierbei ging es um Versprechen, Vertrauen und natürlich um die Liebe.

Danach folgten drei deutschsprachige Stücke: „Wunder geschehen“ von Nena, besonders gefühlvoll von den Sängerinnen und Sängern vorgetragen; „So soll es bleiben“ – da passte alles perfekt zusammen und „Mambo“ von Herbert Grönemeyer. Ein Blick ins Publikum hat gezeigt, dass diese Lieder dem einen oder anderen bekannt sind und von daher spontan mitgesungen wurden. Wenn die Zuhörer so begeistert mitmachen – der Saal war im Übrigen fast bis auf den letzten Platz gefüllt – hat auch der Chor doppelt Spaß an seinem Auftritt. Und das hat man auch gehört!

Die Gäste konnten an diesem besonderen Nachmittag neben „zuhören“, „mitsingen“ und „klatschen“ noch mehr tun: sie konnten mitbestimmen, welches der dargebotenen Stücke am Ende die Zugabe werden sollte. Das zuvor ausgeteilte Programm wurde kurzerhand zum Stimmzettel, auf dem man an der richtigen Stelle sein Kreuzchen setzen konnte. Am Ende des Konzerts wurde dann das „Wahlergebnis“ gesungen – doch dazu später mehr!

Zunächst kam der Chor mit seinem Programm nochmal zum Thema Liebe und Freundschaft zurück, denn der Cantico Verde ist mehr als eine Gruppe von Menschen, die zusammen Töne singt. Die „Canticos“, wie sie sich selbst gerne nennen, haben schon viele wunderbare Momente miteinander erlebt. Nicht nur auf der Bühne, sondern auch in oder nach den Proben, bei Feiern oder anderen Anlässen…

So kamen dann auch das beschwingte „To be or not to be“, das gefühlvolle „The Love of a Friend“ und das groovige „Don´t it make my brown Eyes blue“ sehr authentisch rüber.

Von einer ganz anderen Seite präsentierten sich die Sängerinnen und Sänger bei den Liedern der zweiten Halbzeit des Konzerts: bei „Peze Kafé“ oder „Mas que nada“ bewies der Chor Rhythmusgefühl – wunderbar unterstützt mit der Cajon von Thomas Ziegler. Auch diverse Körperteile der Zuhörer wippten im Takt mit. Mit „Del Prado Vengo” und “Cantar” zeigte der Cantico Verde seine Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Sprachen und Kulturen.

Und dann, nach „Fly me to the Moon”, passierte etwas völlig Unerwartetes: der gesamte Chor marschierte von der Bühne – obwohl das Programm noch gar nicht zu Ende war – um dann sogleich wieder mit einer Rose in der Hand nach vorne zu kommen. Derweil schenkten die beiden Vorsitzenden des Vereins, Birgit Mende und Monika Johann, der verdutzten Chorleiterin Monika Müller ein Glas Sekt ein. Beide dankten Monika Müller für ihre mittlerweile 5-jährige  (!) Arbeit als Chorleiterin des Cantico Verde und resümierten, welche Konzerte und Auftritte in dieser Zeit bis dato erfolgreich gemeistert wurden.

Nach der herzlichen Dankesrede erholte sich Monika Müller jedoch schnell wieder und führte den Konzertnachmittag souverän zu Ende.

Als letztes Stück stand „Love is the Answer“ auf dem Programm. An dieser Stelle sei auch Joachim Wagenhäuser erwähnt, der viele der Stücke am Klavier begleitete und weiß, wie man diese musikalisch verpackt.

Eine Überraschung stand aber noch aus: für welche Zugabe hatten sich die Zuhörer entschieden? Die Auswertung der Stimmzettel hatte ergeben, dass sich das Publikum mehrheitlich „Hallelujah“ von Leonard Cohen gewünscht hatte, welches zugleich auch das Eröffnungsstück des Konzertes gewesen war. So schloss sich also der Kreis an diesem Nachmittag, und zwar wortwörtlich: die Sängerinnen und Sänger stellten sich in einem großen Kreis um das Publikum auf und nahmen dieses auf in den Klang des „Hallelujah“, bevor wieder jeder seines Weges ging.